Bilanzierung

Sale-and-Lease-Back: mit der richtigen Gestaltung zur Bilanzoptimierung

Die Vorteile von Sale­­-and-Lease-Back liegen in der erhöhten Liquidität, den steuerlichen Vorteilen und der besseren Eigenkapitalquote. Darüber hinaus werden Risiken ausgelagert. Bei Gestaltung der Verträge muss einiges beachtet werden. Steuerliche Effekte treten nur ein, wenn das Leasingobjekt beim Leasinggeber in der Bilanz aktiviert wird.

Die Idee ist leicht verständlich

Beim Sale-and-Lease-Back handelt es sich um eine spezielle Finanzierungsform. Anlagegüter werden an den Leasinggeber verkauft und sofort wieder zurück geleast. Die Nutzung ändert sich nicht. Das Unternehmen zahlt an den Leasinggeber Leasingraten.

Vorteile von Sale-and-Lease-Back sofort sichtbar

Durch den Verkauf der Anlagegüter verbessert sich sofort die Liquidität des Unternehmens. Da die Bilanzsumme sich durch Entfall der Aktivierung verringert, ist die Eigenkapitalquote gleichzeitig höher. Das verbessert das Rating. Die in der Leasingrate enthaltene Umsatzsteuer setzt der Unternehmer fortlaufend als Vorkosten ab. Die Netto-Leasingrate macht sich als Aufwand gewinnschmälernd bemerkbar. Somit entsteht ein weiterer Steuervorteil. Verwertungsrisiken werden mittels Sale-and-Lease-Back ausgelagert. Beispiel Immobilien: Sinkt aufgrund der Entwicklung am örtlichen Immobilienmarkt der Verkehrswert der Immobilie, werden Sonderabschreibungen notwendig. Dadurch verschlechtert sich in der Bilanz die Eigenkapitalquote. Ebenso verringert sich durch die Sonderform der Finanzierung die Abhängigkeit von der Hausbank.

Steuerliche Vorteile ausschließlich bei korrekter Vertragsgestaltung

Der Leasingvertrag muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit das Anlagegut dem Leasinggeber zugerechnet werden kann. Ausschließlich dann greifen die steuerlichen Vorteile aufseiten des Leasingnehmers. Weitere Voraussetzung: Das Anlagegut lässt sich von anderen Unternehmen nutzen und nicht ausschließlich von Leasingnehmer.

Ist das Leasingobjekt dem Leasinggeber zugeordnet, muss dieser es aktivieren und über die gewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben.

Die Finanzbehörden haben in den letzten Jahrzehnten verschiedene Leasingerlasse zu dem Thema veröffentlicht, die zu beachten sind. Diese betreffen in erster Linie die Leasingzeit sowie die Verfahren bei Vertragsende und lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • die Leasingzeit muss zwischen 40 % und 90 % der gewöhnlichen Nutzungsdauer liegen (Afa-Tabelle)
  • bei Verkauf an den Leasingnehmer bei Vertragsende muss der Verkaufswert mindestens dem Restwert nach Afa-Tabelle entsprechen
  • bei Vertragsverlängerung muss die neue Leasingrate den Restwerteverbrauch abdecken

Steuerliche Erlasse definieren auch Regeln für Vollamortisationsverträge

Diese Verträge sehen vor, dass der Leasingnehmer das Objekt nach Vertragsende kaufen, an den Leasinggeber zurückgeben oder den Vertrag verlängern kann. Für diese Fälle ist wichtig: Sämtliche gezahlte Leasingraten müssen die gesamten Anschaffungskosten, einschließlich Finanzierungskosten oder sonstige Kosten abdecken. Für die Plausibilität wird ebenso ein Gewinnaufschlag des Leasinggebers unterstellt.

Bei Verträgen mit Teilamortisation werden die Gesamtkosten nicht komplett mit den Leasingraten abgedeckt. Der Leasinggeber kann den Restwert am Ende der Laufzeit verwerten. Wichtig: Hat der Leasingnehmer bei Verträgen mit Teilamortisation ein Kündigungsrecht, kann dieses nicht vor Erreichen von 40 % der Nutzungsdauer nach Afa-Tabelle ausgeübt werden.